Vom Webertreffen zurück

Lange erwartet und nun ist es schon fast eine Woche wieder vorbei: das Brettchenwebertreffen im Unperfekthaus in Essen.

Auch wenn die Fahrt weit war, hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Ich habe an dem Tag viele alte Bekannte getroffen und noch viel mehr neue Leute kennengelernt. Viele Bilder habe ich leider nicht geschossen, da ich mehr geklönt und geschaut habe (und tatsächlich sogar gewebt!).

Dafür hat die Organisatorin Silvia Aisling in ihrem Blog einen schönen bebilderten Bericht abgeliefert: http://aislingde.blogspot.de/2014/11/brettchenwebertreffen-in-essen.html

Aber auch eine gute alte Bekannte habe ich getroffen, die leider das Brettchenweben schon vor einigen Jahren an den Nagel gehangen hatte. Ich hatte sie auf den ersten Webertreffen kennengelernt, die hier in Deutschland übers Internet organisiert wurden und sie und ihre tollen Körbchen voll mit Bändern waren mir als damals noch blutigem Anfänger eine große Inspiration. Dass es ihr mit der Aufgabe des Hobbys ernst war, zeigte der Verkauf von ihren Websachen. Ich habe ein paar Bücher ergattert, die mir noch in meiner Bibliothek fehlen:

„Stippeltjes Weefsel 2“ von Marijke van Epen
„Folkliga Band“ von Kirsti Dahle Eaus und Ingela Juhlin-Kristiansson (schwedisches Buch über Bänder in verschiedenen Herstellungsweisen)
„Brettchenweben“ von Marga und Heribert Joliet – lange gesucht und jetzt endlich auch in meinem Regal 🙂

Buecherbeute

Leider ging der Tag viel zu schnell vorbei und vor allem viel zu plötzlich. Gerade im Genuss meines Abendessens legte der Feueralarm los. Wir schafften es glücklicherweise alle, unseren Kram möglichst vollständig zu packen und aus dem vierten Stock nach draußen zu bringen. Wie an der allgemeinen Ruhe bereits von der Feuerleiter auf dem Balkon zu erkennen, musste es sich um einen Fehlalarm gehandelt haben. Nach einer halben Stunde vor dem Haus durften wir auch wieder rein. Da sich unsere Runde aber arg reduziert hatte, entschlossen wir uns, zu bezahlen und dann noch eine Runde über den Essener Weihnachtsmarkt zu drehen.

Zum Glück musste ich nicht mehr im Dunkeln nach Hause, sondern nur bis zu meiner Übernachtungsgelegenheit. Hiermit nochmals danke an Silvia für die tolle Organisation und das tolle Frühstück am Tag danach 🙂

Und das Unperfekthaus ist einfach – wow!!! Tages- oder Stundeneintritt mit Getränke- und Essensflatrate zu mehr als fairen Preisen und einer Riesenauswahl an Speisen und Getränken. Dazu auf jeder der vier Etagen Kreatives zum Reinschauen, Sitzplätze an denen von Kaffeekränzchen über Studien- bis zur Spielegruppe alles anwesend war. Tischfußball, Dachterrasse… Schade, dass das soweit weg ist. Zwar gibts hier bei uns in der Ansätze von sowas im Jugendzentrum, aber solch ein offenes Haus leider nicht. Ein tolles Projekt, das hoffentlich noch anderswo Schule macht.

Mein Fazit: Gerne nochmal!

Vom Rahmen gehüpft

Manche der Bänder hier sind nicht taufrisch, aber sie gehören zu denen, die in den blogfreien Jahren entstanden sind. Indem ich mal was hier rumzeige, kann ich dann auch gleich mal das Bilder einfügen üben. Und vielleicht weiß ich dann auch, wie hoch die Speicherkapazität des Blogs ist 😉

Diag_Applesies_Blog

2013 kam das Buch „Applesies and Fox Noses“ heraus. Eine wahre Fundgrube für Muster, die auf Diagonalen basieren. Die zwei Autorinnen verarbeiteten auch viele traditionelle finnische Motive. Das linke und das rechte Band sind Muster aus dem Buch. Das mittlere Band ein Diagonalen-Zopf aus meinem Musterfundus. Es zeigt, wie flexibel dieser einfache Hell-Dunkel-Einzug sein kann. Material linkes Band ist Wolle Nm 20/2 oder 30/2, pflanzengefärbt mit Indigo, Wau und Krapp. Die beiden anderen Bänder sind aus konventionell gefärbtem Leinengarn Nm 12/2 und 16/2. Das blaue Band ist von 2012, die anderen entstanden irgendwann Ende 2013 bis Mitte 2014.

Hallstatt_2LochRahmen_Blog Hallstatt_2Loch_Blog

Fürs Weben während unseres Sommerurlaubs habe ich das Hallstattmuster zum ersten Mal als Zweiloch-Band gewebt. Da ich noch an Aufträgen arbeite, ruhte das Band länger, ist jetzt aber mal fertig geworden. Material ist Wolle Nm12/2, naturfarben sowie pflanzengefärbt mit Krapp und Wau/Indigo. Das Krapprot ist unglaublich intensiv und ohne den typischen Orangeton. Schade, dass der Farbton bald zur Neige geht.

Aller guten Dinge sind Drei

Das ist der dritte Blog zu WirWeben, den ich beginne und ich hoffe, dass er jetzt endgültig eine Heimat hat.

Ein kleiner Rückblick:

Ich hatte sehr lange einen Blog bei myblog. Nachdem myblog im Jahr 2010 beim Bilder anzeigen gezickt hatte, habe ich mir auf meiner Domain www.wirweben.de einen wordpress-blog angelegt. Manuell mit Datenbank etc., weil die von 1und1 gelieferten Blogdesigns einfach nicht passten.

Das lief ca. zwei Jahre gut, in denen ich mehr oder minder mal was von mir hören ließ.

Dann wollte ein Update nicht auf diese Datenbank, dazu kam mein neuer Job Anfang 2012 und der Blog dümpelte herum. Einmal, weil mir die Zeit fehlte, des weiteren, weil ich nicht noch mehr Daten auf den nicht-geupdateten Blog schieben wollte. Zudem kam da so viel Spam, dass ich mit der Sache immer unzufriedener wurde.

Lange habe ich überlegt, ob so ein klassischer Blog überhaupt noch Sinn macht in Zeiten von Facebook. Dort haben sehr viele Leute, die ich kenne, einen Blog/Seite. Aber ich kenne auch genügend Leute, die gar kein Facebook benutzen und daher einiges nicht lesen könnten.

Inzwischen hat sich 1und1 verbessert und bietet eine andere Einbindung von WordPress-Blogs ein und ich gebe der Sache nochmals eine Chance. Wie sehr und wie oft ich diese Plattform benutzen werde, weiß ich einfach noch nicht. Erst einmal muss ich mich (wieder) mit der Technik anfreunden und auch schauen, ob alles nun wirklich unkomplizierter ist.

Und: meine Zeit hat sich nicht vermehrt. Die Ideen sind immer noch da, aber die Projektdichte ist einfach geringer geworden. Schlecht für die Will-Machen-Liste: Die wächst nämlich, statt zu schrumpfen 😉

Das wäre mal jetzt mein Wort zum Re-Start und demnächst versuche ich dann, wie ich Bilder einbinde.