Altpreußische Offiziersschärpe – Infos

Nach einigen Monaten kreativen Rückzugs melde ich mich wieder hier. Geschaffen habe ich außer einigen Kleinigkeiten für Wanderpakete so gut wie gar nichts, weil es einfach die Zeit nicht zuließ. Ein wenig Wolle ist bunt geworden, viel Wolle sauber, aber dazu mehr in späteren Beiträgen. Jetzt erst einmal zu etwas, das mir auf dem Herzen brennt und ich schon längst hier schreiben wollte.

Ich war überrascht, wieviel Interesse meine Herstellung der altpreußischen Offiziersschärpe geweckt hat und möchte mich für das Lob und die Teilnahme herzlich bedanken.
Mit einher gingen auch Anfragen bzgl. der Anfertigung einer solchen Schärpe. War es zunächst einfach der zeitliche Abstand, den ich von dem Mammutprojekt gewinnen wollte, ist es auch der Materialmangel, der die Fertigung weiterer Exemplare verhindert.

Nicht nur vom Zeitaufwand her ist eine solche Bauchbinde ein Aufwand von mehr als zwei Wochen (wenn man die Arbeitszeit zu „normalen“ 8-Std. -Tagen zusammenzieht, denn leider kann man mit Sprang nicht seinen Lebensunterhalt verdienen und muss daher über Tag noch woanders hin…), sondern auch die immensen Materialkosten, die v.a. durch den Silberfaden entstehen.

Genau letzterer bereitet mir Probleme, denn Silbergespinste/Silberlahn kriegt man hierzulande nicht so einfach und hinzu kommt noch die fette Preissteigerung, die Silber in den letzten Monaten durchgemacht hat. Japansilber ist zwar ein passabler Ersatz, aber auch nicht mehr häufig vorhanden und ebenso verflixt teuer geworden. In eine Schärpe nach der mir bekannten Vorlage gehen rund 700m Silberfaden rein. Das sind höhere dreistellige Beträge. Mit diesem Bedarf liege ich zwar schon über dem Hobbydurchschnitt, aber noch unter dem für Profis und kann mir daher von einem Hersteller keine Großmenge meines Wunschgarns fertigen lassen – dies wäre nämlich kein Einkauf, sondern eine Kapitalanlage und das Risiko werde ich nicht eingehen.

Also daher meine Bitte: wer eine Quelle für brauchbaren Echtsilberfaden auftut, möge es mich wissen lassen.

Nicht zu meiner Arbeitszeit rechne ich übrigens die internationale Suche nach geeignetem Faden und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis, das Gewurschtel mit Wörterbüchern und dem Anfordern von Proben.
Dies frisst durchaus mal ein paar Stunden und ist sehr oft ergebnislos – aber wer weiß, wann man es mal gebrauchen kann 😉

Ich fertige gerne weitere Schärpen, aber kann sie nicht aus Luft erschaffen.