UVO-Woche

Statt mal neue UVO’s zu produzieren, habe ich mal welche abgearbeitet. Gleich drei Bänder, die bereits länger in der UVO-Kiste bzw. auf dem Rahmen waren, sind nun fertig und stolze 137 Brettchen befreit.

Drei UVO-Bänder sind endlich fertig
Drei fertige Langzeitprojekte.

Und das sind sie:

Links ist das fertige Snartemo V-Band, ausgeführt in pflanzengefärbter Wolle Nm16/2. Begonnen hatte ich es als Auftrag und gleich ein wenig mehr Kette eingezogen, um mir auch einen Beispielabschnitt zu sichern. Dabei habe ich die Enden wie auch im Original mit Soumak gestaltet. Seit Fertigstellung des Auftrags im Frühling und einer kurzen Strecke im Rahmen einer Webvorführung im Juni hat das Band in der Kiste gelegen. Nu ists fertig. Für eines der Soumak-Stücke brauchte ich übrigens länger als für ein großes Motiv im Band.

Auch das mittlere Band ist der Rest einer Auftragskette mit pflanzengefärbter Seide von Marled. Nachdem der Broschierauftrag im Frühling an die Kundin ging, blieb mir noch ein Rest, um mich bei verschiedenen Broschiermaterialien auszutoben. Jüngstes Muster ist das sattgoldene mit meinem neuen Goldfaden (Motiv aus dem 15. Jahrhundert), etwas weiter oben ist eine Broschur, die ich bei einer Webvorführung gemacht hatte mit Goldfaden von Marled (Motiv aus dem 9. Jahrhundert). Im Rest der Kette sind noch Silber-, Gold- und Seidenfäden probiert worden.

Das rechte Band ist mit Motiven aus Otfried Staudigels Buch „Der Zauber des Brettchenwebens“, ausgeführt in Seide Nm 60/2 aus dem Handweavers‘ Studio. Das Band hatte ich im vergangenen Jahr zum Brettchenwebertreffen eingezogen, weil ich keine passende Kette für meinen kleinen Barden hatte. An dem Band hatte ich immer mal wieder ein Stückchen gewebt, u.a. beim Internationalen Museumstag auf dem Mühlenfest in Theley und auf der Gartenmesse in Bad Münster am Stein.

Bemerkenswert ist, dass die äußeren Bänder mit der gleichen Brettchenzahl, nämlich je 56 Brettchen gewebt wurden. Was Material so ausmacht…

Und nach dem UVO ist vor dem UVO: Was nehme ich nun als nächstes Langzeitprojekt?

Tipps fürs Brettchenweben: Fehlersuche

„Sieht gut aus, ist aber nicht das, was ich wollte“ – ein häufiger Satz, den mein Mann erdulden muss, wenn er im gleichen Raum ist, während ich webe oder passender: mich verwebe.

Fehler passieren jedem Brettchenweber, egal ob Anfänger oder Könner. Und ists einmal passiert, gibts eigentlich nur zwei Möglichkeiten: den Fehler beseitigen und weiterweben oder den Fehler ignorieren/wegschummeln und weiterweben. Ich gehöre eher zu denjenigen, die den Fehler beseitigen, denn selbst wenn er im späteren Band nicht offensichtlich ist: Ich weiß, dass es ihn gibt. Fehler übergehe ich eigentlich nur, wenn ich sie sehr sehr spät bemerke (dann war er aber nicht fatal fürs Muster) oder wenn das Material ein Rückwärtsweben nicht zulässt. Aber bevor man Fehler öffnet, muss man sie natürlich finden. Und je komplexer die Technik, desto mehr Fehler sind möglich.

Ich unterscheide nun zwischen verschiedenen Fehlergruppen und -ursachen. Manche können immer auftauchen, manche sind technikabhängig. Bei den Lösungen beschränke ich mich auf das Öffnen der Fehler, nicht unbedingt ihrer Vermeidung. Ganz nach dem Motto: Durchs Korrigieren lernt man.

  1. Fehler im Einzug: Ist immer möglich. Kommt häufig vor. Auswirkungen auf das ganze Band, weil die Muster nicht wie gewünscht entstehen. Schlagwort: „Muster entsteht nicht“
    Lösung: Wenn noch am Bandanfang, nicht zurückweben. Mitten im Band Fehler zurückweben.  Patrone überprüfen, ob die Kettfäden entsprechend eingezogen sind und zwar sowohl von ihrer Anordnung als auch von der Brettchenstellung/-schärung her. Dies ist eine Standardüberprüfung beim Start eines jeden neuen Bandes (siehe Tipps fürs Brettchenweben: Mit den Augen weben)
  2. Fehler durch nicht geklärtes Fach: Immer möglich. Besonders häufig bei „klebrigen“ Materialien wie Wolle. Auswirkungen lokal begrenzt, da der Einzug an sich korrekt ist.
    Lösung: Fehler zurückweben, dabei den Schuss auf gleichem Weg zurückführen. Fach klären und weiterweben. Beim Weben darauf achten, dass alle Brettchen gleich stehen und bei Problemgarnen häufiger mal in die Kette reinschauen.
  3. Fehler im Drehrhythmus: Ist immer möglich. Kommt bei allen Techniken vor, je komplexer desto fehleranfälliger. Je nach Technik lokal begrenzt oder wirkt aufs ganze Band.
    Lösung: zurückweben und dabei mit der Patrone vergleichen (siehe: Mit den Augen weben). Dabei eine Stelle suchen, die mit Sicherheit fehlerfrei ist. Bei Mustern mit Webbrief an eine Stelle zurückkehren, die noch dem abgebildeten Muster entspricht.
  4. Drehgruppen falsch aufgeteilt: Häufig bei Schnurbindungsmustern mit Drehgruppen (z.B. laufender Hund, Birka-Muster) und Diagonalen, auch bei Doubleface möglich. Das Muster kann hier aus zwei Gründen nicht entstehen, und zwar a) weil die Brettchen falsch abgezählt wurden oder b) die Gruppen am falschen Punkt im Muster in die verschiedenen Richtungen gedreht wurden.
    Lösung für a: Vorgehen wie bei Punkt 3, dann nochmals die Brettchen richtig einteilen
    Lösung für b: Vorgehen wie bei Punkt 3, außerdem den Startpunkt der Patrone wiederfinden. Brettchen wieder einteilen und weben. Hilfreich ist, nochmals länger in eine Richtung zu drehen, um auch optisch das Gefühl für den Teilungspunkt zu finden.

 

Fünf neue Weberinnen

Gestern habe ich Webkurs gehalten und ich hatte fünf eifrige Schülerinnen. Bis auf eine Teilnehmerin waren alle komplette Neueinsteigerinnen. Einziger Wermutstropfen war das trübe Wetter, wo wir dann doch lieber in unserem Kursraum blieben statt es uns im Garten gemütlich zu machen.

Ich wünsche allen, dass sie den Einstieg in ein schönes neues Hobby gefunden haben und noch viele schöne Bänder weben werden.

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Hier das Band von Anette.

Webkurs-Vorbereitungen

Am kommenden Samstag, 10. Oktober, gebe ich bei uns zuhause wieder einen Brettchenwebkurs für Anfänger und natürlich fallen wieder alle notwendigen Vorbereitungsarbeiten an. Aber auch wenn das Binden der Anleitungshefte, Brettchenmachen und Garn-Vorrat-Überprüfen seine Zeit braucht, freue ich mich immer, neue Leute kennen zu lernen und ihnen das Weben näher zu bringen.

Ganz besonders dieses Mal ist, dass die Mehrheit der Teilnehmerinnen aus der Region kommt und auf der Gartenmesse Ende August auf meine Arbeiten aufmerksam wurde. Wer weiß, ob sich daraus nicht weitere Treffen ergeben?

Damit ich auch die Rahmen in Aktion präsentieren kann und für eine Fotosession für den neu gestalteten Brettchenwebershop meines Mannes, kommt auch noch ein neues einfaches Band auf den Rahmen.

Für den Nadelbinde-Kurs laufen die Vorbereitungen ebenfalls weiter – die Anleitung ist soweit fertig formuliert, aber die Vorführstücke müssen noch fertig werden. Nächstes Projekt: Handschuhe.

Tipps fürs Brettchenweben: Mit den Augen weben

Nicht nur stur zählen, sondern auch mal hinschauen, was man macht: Das ist beim Brettchenweben genauso wichtig wie bei anderen Handarbeiten und Handwerken. Aber dennoch erlebe ich bei den zahlreichen „Hilferufen“ von Brettchenwebern / Brettchenweberinnen, dass nur auf Patrone und das Zählvermögen (oder bei komplexen Sachen: dem Webbrief) vertraut wird und dadurch einige Muster misslingen. Komischerweise habe ich noch nicht erlebt bzw. davon gehört, dass ein Schreiner nach dem Anzeichnen einer Schnittstelle und dem Zurechtlegen des Holzes  unter der Kreissäge dann beim Sägen wegschaut, weil schließlich alles richtig vorbereitet ist. Auch wenn beim Weben keine Gefahr für Leib und Leben droht, gehen doch viele – und leider nicht nur Anfänger – beim Weben so vor: Der Einzug stimmt, man zählt bis 4 und es wird nix. Mein Credo lautet daher auch „Mit den Augen weben“.

Augeneinsatz dient nicht nur der Überprüfung, ob das gewünschte Muster nun in den Brettchen ist, sondern ist der erste Schritt zum eigenen kreativen Mustergestalten und – für diejenigen, die Muster aus alten Zeiten weben möchten – der Musterrekonstruktion nach Foto.

Aber wie webt man nun „mit den Augen“? Am besten geht das natürlich während des Webens – also einfach mal mit dem Muster üben, was grad auf den Brettern ist – später dann weitertrainieren.

  1. Übung – Patrone verfolgen:
    Wer noch zu den „Zählern“ gehört, schaut nun bei jeder Drehung, was mit dem Muster passiert. Ich gehe jetzt davon aus, dass die „Zähler“ meist noch mit einfachen Mustern arbeiten und jeden Schuss alle Brettchen in die gleiche Richtung drehen. Schaut, an welchen Teil der Patrone ihr bei welcher Drehung kommt. Was passiert? Öffnet oder schließt sich vielleicht eine Raute? Erscheint ein Punkt oder eine Reihe einer Farbe? Und nun erst einmal bewusst immer in die gleiche Richtung drehen, auch wenn das eigentliche Muster einem 4-4-Rhythmus folgt. Ab wann beginnt das Muster von vorne? Stimmt das Muster mit der Patrone überein oder muss noch etwas gerichtet werden? Webt bewusst mal viele Schüsse in eine Richtung, um Start- und Endpunkt der Patrone auszumachen und prägt euch die Optik der Stellen ein, an denen gewendet werden müsste. Hierbei könnten sich auch schon Ideen für Muster in anderen Drehrhythmen ergeben.
  2. Notwendigkeit – Patrone überprüfen:
    Durch das „In-eine-Richtung-drehen“ aus Punkt 1 können Fehler im Einzug oder der Brettchenstellung erkannt werden. Diese Überprüfung sollte vor JEDEM Weben gemacht werden! Reserviert euch ein Stück Kette fürs Muster-Finden und stürzt nicht direkt in das Muster. Denn stimmt hier etwas nicht, wird der Rest auch nichts. Damit schaue ich jetzt mal bewusst in die Richtung derer, die den laufenden Hund und seine Varianten sowie das Birka-Flechtband-Rezept weben. Opfert lieber 20 Zentimeter Kette anstatt euch mit zwei Metern Verlegenheits-Alternativmuster rumzuquälen, das ihr  gar nicht wolltet (ja, diese Muster können „auch schön“ sein, aber Hand aufs Herz: Ihr wolltet doch eigentlich nicht meterweise teures Garn für irgendwas vergeuden, oder?).
  3. Übung – neue Muster finden:
    Am besten geht diese Übung mit einem zweifarbigen Einzug für Diagonale – entweder als 2-2- oder 3-1-Einzug in einem Pfeilmuster (Beispiel s.u.). Im Musterteil sind 8-12 Brettchen, am Rand jeweils 1-2 Brettchen (bitte nicht auf den Rand verzichten – die paar Brettchen werten das Band auf!). Erst einmal in eine Richtung drehen, wie bei Punkt 2 gelernt. Stimmt alles? Dann solltet ihr Pfeile mit glatten Linien vor euch haben. Nun ist Spielen angesagt. Probiert regelmäßige und unregelmäßige Rhythmen aus. Im Grunde ist neben dem Pfeilmuster noch ein Rautenmuster („O“) möglich. Genug gespielt? Dann fortsetzen mit Plan: Setzt verschiedene Rauten zusammen, indem ihr z.B. eine Raute mit Punkt in der Mitte und eine ohne Punkt nebeneinandersetzt. Dabei mit den Augen schauen, wann sich die Drehrichtung ändern muss. Oder macht immer Pfeile zwischen die Rauten, so dass ein X und ein O entstehen. Auch „Fische“ sind möglich. Ich gebe hier bewusst keine Vorlage an – findet es mit den Augen (und Nachdenken) heraus.
  4. Fakultativ – Brettchengruppen:
    Wer mutig ist, kann nun weiter probieren mit dem Muster. Es gibt zahlreiche Vorlagen für „ägyptische Diagonale“ mit 2-2-Einzug. Hier gibt es erstmals Webbriefe, welche die Drehrichtung für verschiedene Brettchengruppen definieren. Hat man den richtigen Startpunkt, kann man problemlos das Muster nachweben. Und den Startpunkt findet man mit…..? Jawoll! Den Augen! Hinschauen wird hier immer wichtiger, nicht nur für den richtigen Start, sondern auch um 1. nach einer Webpause wieder ins Muster zu finden, 2. Fehler rechtzeitig zu bemerken und 3. zu wissen, wo und wodrin der Fehler lag. Da dies hier zu lang werden würde, werde ich der Fehlersuche einen eigenen Beitrag widmen.
Webpatrone
Beispielpatrone für Übung 3 – S und Z steht für den Einzug.

Neuer Webkurs am 10. Oktober

Am Samstag, 10. Oktober, findet von 10 bis 17 Uhr wieder ein Brettchenwebkurs für AnfängerInnen statt in unseren Räumen in der Bosenheimer Straße in Bad Kreuznach.

Die Kursgebühren betragen 60 Euro pro Person inkl. Webanleitung, Garn und einen Satz Brettchen.
Getränke stehen bereit, übrige Verpflegung auf Selbstversorgerbasis.

Mitzubringen sind ein bequemer Gürtel, Schere und ggf. was zum Schreiben. Und natürlich auch die gute Laune nicht vergessen.

Gewebt wird ein Band mit mehreren Mustern, anhand derer das Lesen einer Patrone vertieft wird. Webkurs

Anmeldungen und weitere Infos gibts per E-Mail: webmistress@wirweben.de

Bald ist Webkurswochenende

Das Osterwochenende habe ich dazu genutzt, die Kursunterlagen für meine Webkurse am kommenden Wochenende auszudrucken. Beide Kurse, ein Anfänger- und  ein Fortgeschrittenenkurs im Brettchenweben sind ausgebucht. Ich freue mich bereits auf meine Gäste.

Kurshefte

Ganz neu auf meinen Bildern sind nun auch Wasserzeichen, die bedauerlicherweise über den schönsten Teil der Fotos verlaufen.  Aber es ist wohl notwendig: Dass Leute ungefragt meine Bilder weiterverwenden, z.B. für ihre eigenen Anleitungsbücher, habe ich erst vor anderthalb Wochen wieder erlebt.
Also wer mit Anleitungen um sich wirft und es nicht mal schafft, seine eigenen Werke fürs Titelblatt zu fotografieren (zumal das Bild, das die Frau von mir gemopst hatte, nichts außergewöhnliches war…), muss sich doch der Qualität seiner eigenen Fähigkeiten nicht sicher sein *kopfschüttel*

10 Shades of *bling*

Heute habe ich mal meine Gold- und Silbergarnvorräte zusammengetragen, die sich über die Jahre angesammelt haben. Und das ist gar nicht so wenig.

Grund dafür ist die stetige Suche nach vernünftigem und hoffentlich echtmetallenem Material fürs Broschieren historischer Brettchenwebmuster. Leider bin ich da besonders im Goldbereich mehrfach reingefallen.

Gold_und_Silber_Blog
Gold- und Silberfäden

Die Silbervorräte beruhen auch auf meiner Suche nach weiterem Material für Sprangschärpen. Der Strang oben im Bild ist der Rest vom Japansilber, das ich für die erste Schärpe verwendet habe. Aber dies war viel zu dick und störrisch. Selbst beim Brettchenweben sind die Ergebnisse damit unbefriedigend. Vielleicht werde ich es mal für eine Anlegearbeit beim Sticken nutzen oder an jemanden weitergeben, der sowas macht. Die große Rolle ists kein Garn sondern 0,2mm Silberdraht, mit dem ich bereits broschiert habe. Die Holzrolle ist von Jacky und vermutlich auch echtes Silber. Was den Strang stahlgrauen „Silbers“ angeht, bin ich mir unsicher und das total glänzende Gedöns in silber und supergelbgold ist definitiv Plastik. War eine Probebestellung und viel zu billig für echt.

Bei den güldenen wirds dann schwieriger. Das Gold auf der langen Holzrolle verarbeite ich gerade in einer Borte. Echtes Metall, aber ob echtes Edelmetall dabei ist, weiß ich nicht. Die dickere Holzrolle (ganz unten) wurde mir als Gold verkauft, aber müffelt wie Messing. Die grüne Rolle ist aus Österreich und soll echtgold sein. Das Garn wird demnächst wenigstens mal bei einem Musterstück verarbeitet, ebenso wie das Gold von Marled, auf der kleinen Holzrolle und den Pappröllchen.

Vom Webertreffen zurück

Lange erwartet und nun ist es schon fast eine Woche wieder vorbei: das Brettchenwebertreffen im Unperfekthaus in Essen.

Auch wenn die Fahrt weit war, hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Ich habe an dem Tag viele alte Bekannte getroffen und noch viel mehr neue Leute kennengelernt. Viele Bilder habe ich leider nicht geschossen, da ich mehr geklönt und geschaut habe (und tatsächlich sogar gewebt!).

Dafür hat die Organisatorin Silvia Aisling in ihrem Blog einen schönen bebilderten Bericht abgeliefert: http://aislingde.blogspot.de/2014/11/brettchenwebertreffen-in-essen.html

Aber auch eine gute alte Bekannte habe ich getroffen, die leider das Brettchenweben schon vor einigen Jahren an den Nagel gehangen hatte. Ich hatte sie auf den ersten Webertreffen kennengelernt, die hier in Deutschland übers Internet organisiert wurden und sie und ihre tollen Körbchen voll mit Bändern waren mir als damals noch blutigem Anfänger eine große Inspiration. Dass es ihr mit der Aufgabe des Hobbys ernst war, zeigte der Verkauf von ihren Websachen. Ich habe ein paar Bücher ergattert, die mir noch in meiner Bibliothek fehlen:

„Stippeltjes Weefsel 2“ von Marijke van Epen
„Folkliga Band“ von Kirsti Dahle Eaus und Ingela Juhlin-Kristiansson (schwedisches Buch über Bänder in verschiedenen Herstellungsweisen)
„Brettchenweben“ von Marga und Heribert Joliet – lange gesucht und jetzt endlich auch in meinem Regal 🙂

Buecherbeute

Leider ging der Tag viel zu schnell vorbei und vor allem viel zu plötzlich. Gerade im Genuss meines Abendessens legte der Feueralarm los. Wir schafften es glücklicherweise alle, unseren Kram möglichst vollständig zu packen und aus dem vierten Stock nach draußen zu bringen. Wie an der allgemeinen Ruhe bereits von der Feuerleiter auf dem Balkon zu erkennen, musste es sich um einen Fehlalarm gehandelt haben. Nach einer halben Stunde vor dem Haus durften wir auch wieder rein. Da sich unsere Runde aber arg reduziert hatte, entschlossen wir uns, zu bezahlen und dann noch eine Runde über den Essener Weihnachtsmarkt zu drehen.

Zum Glück musste ich nicht mehr im Dunkeln nach Hause, sondern nur bis zu meiner Übernachtungsgelegenheit. Hiermit nochmals danke an Silvia für die tolle Organisation und das tolle Frühstück am Tag danach 🙂

Und das Unperfekthaus ist einfach – wow!!! Tages- oder Stundeneintritt mit Getränke- und Essensflatrate zu mehr als fairen Preisen und einer Riesenauswahl an Speisen und Getränken. Dazu auf jeder der vier Etagen Kreatives zum Reinschauen, Sitzplätze an denen von Kaffeekränzchen über Studien- bis zur Spielegruppe alles anwesend war. Tischfußball, Dachterrasse… Schade, dass das soweit weg ist. Zwar gibts hier bei uns in der Ansätze von sowas im Jugendzentrum, aber solch ein offenes Haus leider nicht. Ein tolles Projekt, das hoffentlich noch anderswo Schule macht.

Mein Fazit: Gerne nochmal!

Vom Rahmen gehüpft

Manche der Bänder hier sind nicht taufrisch, aber sie gehören zu denen, die in den blogfreien Jahren entstanden sind. Indem ich mal was hier rumzeige, kann ich dann auch gleich mal das Bilder einfügen üben. Und vielleicht weiß ich dann auch, wie hoch die Speicherkapazität des Blogs ist 😉

Diag_Applesies_Blog

2013 kam das Buch „Applesies and Fox Noses“ heraus. Eine wahre Fundgrube für Muster, die auf Diagonalen basieren. Die zwei Autorinnen verarbeiteten auch viele traditionelle finnische Motive. Das linke und das rechte Band sind Muster aus dem Buch. Das mittlere Band ein Diagonalen-Zopf aus meinem Musterfundus. Es zeigt, wie flexibel dieser einfache Hell-Dunkel-Einzug sein kann. Material linkes Band ist Wolle Nm 20/2 oder 30/2, pflanzengefärbt mit Indigo, Wau und Krapp. Die beiden anderen Bänder sind aus konventionell gefärbtem Leinengarn Nm 12/2 und 16/2. Das blaue Band ist von 2012, die anderen entstanden irgendwann Ende 2013 bis Mitte 2014.

Hallstatt_2LochRahmen_Blog Hallstatt_2Loch_Blog

Fürs Weben während unseres Sommerurlaubs habe ich das Hallstattmuster zum ersten Mal als Zweiloch-Band gewebt. Da ich noch an Aufträgen arbeite, ruhte das Band länger, ist jetzt aber mal fertig geworden. Material ist Wolle Nm12/2, naturfarben sowie pflanzengefärbt mit Krapp und Wau/Indigo. Das Krapprot ist unglaublich intensiv und ohne den typischen Orangeton. Schade, dass der Farbton bald zur Neige geht.